Die Idee
Aus der Idee von Prof. Dr. Angelika C. Wagner, das reichhaltige und vielseitige
Berufs- und Erfahrungswissen von Frauen in qualifizierten Positionen zu
nutzen, entstand 1990 das Expertinnen-Beratungsnetz als Dienstleistungs-
und Forschungsprojekt an der Universität Hamburg.
Das Ziel war, mit Hilfe des generationsübergreifenden Dialogs eine neue Form der beruflichen Frauenförderung zu entwickeln und wissenschaftlich zu begleiten.
Ergänzend zu dem bewährten "Beratungspaket" bietet das Expertinnen-Beratungsnetz
Hamburg seit November 2002 ein >Mentoringprogramm
an.
Die Praxis
Über 8300 Ratsuchende haben seit 1990 bei dem Expertinnen-Beratungsnetz
Hamburg angefragt. Über 5400 sind in diesem Zeitraum entweder einmalig
oder mehrfach oder auch über einen längeren Zeitraum beraten
worden.
Die Rückmeldungen der Frauen nach der Beratung und die Ergebnisse von Nachbefragungen sprechen dafür, dass für viele der ratsuchenden Frauen die Gespräche mit der/den Expertin/nen eine wichtige Hilfe für ihre berufliche Stabilisierung oder Entwicklung waren.
Der Erfolg
Zwei von uns durchgeführte Evaluationsstudien haben ergeben, dass
von den Frauen, die sich an Nachbefragungsaktionen beteiligt haben, mehr
als 80% ihre berufliche Position verbessern konnten. Über die Hälfte
von ihnen berichtete, dass dabei die Expertinnen-Beratungsgespräche
einen entscheidenden Anteil hatten.
Im Jahre 1998 wurde das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Jugend und Senioren im Rahmen des bundesweit ausgeschriebenen Ideenwettbewerbs "Initiative gefragt - Frauen gefragt" als Preisträger ausgezeichnet.
Nach dem Hamburger Vorbild sind weitere Expertinnen-Beratungsnetze in Berlin, Köln, München, Dresden und Bremen entstanden. Sie stehen miteinander in Kontakt und kooperieren bei der Vermittlung von ratsuchenden Frauen an Expertinnen. Bundesweit sind etwa 200 Expertinnen ehrenamtlich tätig.